Fritz Kühn (1910-1967) ließ sich in seiner künstlerischen Arbeit stets von der Natur inspirieren. Als Kunstschmied hinterließ er mit mehr als 200 Kunst am Bau Projekten zahlreiche Spuren in seiner Heimatstadt Berlin und darüber hinaus. Er gestaltete unter anderem den Brunnen am Strausberger Platz in Friedrichshain, das A-Portal der Berliner Stadtbibliothek in Mitte sowie eine riesige Gitterskulptur in Form des menschlichen Brustkorbs für den bundesdeutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel 1958. Weniger präsent ist heute sein fotografisches Werk, welches vier Jahrzehnte umspannt. Die Fotogalerie Friedrichshain präsentiert erstmals in diesem Umfang einen Querschnitt, darunter auch unveröffentlichte Bilder: expressionistische Aufnahmen aus den frühen 30er Jahren, Straßenszenen aus Berlin, Impressionen von Hiddensee aus der Nachkriegszeit, und immer wieder Formen und Strukturen aus der Natur. Die Retrospektive wurde gemeinsam mit Helgard Kühn kuratiert. Anlass ist der 50. Todestag Fritz Kühns und gleichzeitig der 80. Geburtstag seines Ateliers in Berlin-Bohnsdorf, welches von seinem Sohn Achim Kühn weitergeführt wird.