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Freundinnen der Revolution

Normannenstraße 21a 10365 Berlin - zum Stadtplan
Einschränkung: freier Eintritt
Donnerstag 26.11.2026 - Anfangszeit: 19:30 Uhr
Kategorie: Wissen live
„Wie wollen wir jetzt leben?“ Diese Frage stellten Irena Kukutz, Katja Havemann und Bärbel Bohley 1991 im Dokumentarfilm Freundinnen der Revolution von Karl Heinz Lotz. Auch 35 Jahre danach treffen ihre Gedanken den Nerv unserer Zeit. Welche weiblichen Rollenvorbilder haben wir? Wie notwendig es ist, diesen Stimmen Raum zu geben, ihnen erneut zu zuhören und vielleicht dort nochmal anzusetzen, wollen wir in einem gemeinsamen Filmabend mit anschließender Diskussion herausfinden. Was können wir aus dem Mut dieser Frauen, die als Gründungsmitglieder des Neuen Forums starke Stimmen der Bürgerbewegung waren, und ihrem Einsatz für die Öffnung der Stasi-Akten lernen? Und welche Bedeutung haben ihre Erfahrungen heute, in einer Zeit, in der politische Ideologien erneut mit Vorstellungen von Treue und Verrat arbeiten?

Im anschließenden Gespräch diskutieren drei Frauen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der DDR, ihren Umbrüchen und deren Nachwirkungen beschäftigen. Samirah Kenawi war 1989 an den gesellschaftlichen Umbrüchen beteiligt. Sie gründete das Archiv GrauZone, das die Arbeit nichtstaatlicher Frauengruppen in der DDR seit Mitte der 1980er-Jahre dokumentiert.

Juliane Meckert entwickelt seit 2024 das performativ-dokumentarische Langzeitprojekt VERRAT (AT). Darin untersucht sie mit Zeitzeug:innen wie der Machtapparat der Staatssicherheit funktionierte, wie die Wende Biografien veränderte und wie Täter und Betroffene danach weiterlebten. Die Geschichten von Frauen wie Bärbel Bohley, Katja Havemann und Irena Kukutz sind dabei ebenso relevant wie die Fragen nach Loyalität, Verrat und persönlicher Verantwortung.

Alexandra Finder ist Schauspielerin und Künstlerische Leiterin des ortsspezifischen Theaterstücks SEID DOCH LAUT über die DDR-Oppositionsgruppe „Frauen für den Frieden“ in der ehemaligen Stasi-Zentrale (erneute Aufführungen 18.-22.11.2026). Sie moderiert das Gespräch.

Gemeinsam wollen wir darüber sprechen, welche Erfahrungen und Haltungen dieser Frauen, heute Orientierung geben können – und was ihre Geschichten uns über Widerstand, Verantwortung und den Umgang mit autoritären Machtstrukturen lehren.

von: NNK

Bilder aus Berlin