In meinen Kalender importieren (ICS)
Podiumsdiskussion – Deutsches Theater
Dienstag 30.06.2026
- Anfangszeit: 18:00 Uhr
Vom Underground in die politische Debatte – und zurück? Im Rahmen der Nächte der Ideen 2026 veranstalten das Institut français Berlin und das Deutsche Theater in Zusammenarbeit mit dem Schwulen Museum eine Podiumsdiskussion über feministische, queere und trans Praktiken und ihr Verhältnis zu kulturellen Institutionen und zeitgenössischen politischen Diskursen. Die Diskussion wird von Dr. Birga Meyer, Apolline Bazin und Klaus Lederer geleitet. Die Moderation übernimmt Jayrôme C. Robinet.
Berlin war lange das Labor einer feministischen, queeren und trans Gegenkultur von seltener Lebendigkeit. Squats, Kollektive, illegale Performances, Zines, politische Partys – unterirdische Räume, in denen Ideen, Ästhetiken und Lebensweisen jenseits der Institutionen entstanden.
Doch was geschieht, wenn diese Praktiken in Museen einziehen, auf große Bühnen treten, sich in parlamentarische Debatten einschreiben? Ist das ein Sieg – der der Sichtbarkeit und Anerkennung – oder eine Form der Vereinnahmung?
Diese Diskussion bringt engagierte Stimmen zusammen, um diese tiefgreifende Bewegung zu befragen: Wie haben feministische, queere und trans Praktiken aus Berlin kulturelle Institutionen und politische Diskurse beeinflusst? Bedeutet dieser Weg in die Mitte echte Inklusion oder das Entstehen einer neuen Art, das Politische zu denken? Und vor allem – muss man manchmal in den Underground zurückkehren, um die subversive Kraft wiederzufinden?
Ein kompromissloses Gespräch an der Schnittstelle von Kunst, Aktivismus und Politik. Die Diskussion wird von Dr. Birga Meyer, Leiterin des Schwulen Museum, Apolline Bazin, freiberufliche Kulturjournalistin und Mitbegründerin von Manifesto XXI, einem queeren feministischen Online-Medium, und Klaus Lederer, parteiloses Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin und Sprecher für Queerpolitik der Linksfraktion, geleitet. Die Moderation übernimmt Jayrôme C. Robinet, Leiter der Geschäftsstelle des PEN Berlin und Vorstandsmitglied des Netzwerks Freie Literaturszene Berlin.
Der Abend geht um 20 Uhr mit der Aufführung des Stücks ugly duckling von Bastian Kraft weiter (Ticket erforderlich), gefolgt von einem DJ-Set von DJ LIL JA um 22:00 Uhr (Eintritt frei).Die Diskussion findet im Deutschen Theater statt (Schumannstraße 13A, 10117 Berlin)
Im Rahmen der Nächte der Ideen 2026 des Institut français Berlin.
Die Nächte der Ideen wird gefördert durch L’Oréal, Dorint Hotels und Orangina.
--
Dr. Birga Meyer leitet seit April 2023 das Schwule Museum, in dessen Kosmos sie seit 2017 auf verschiedenen Ebenen als Kuratorin, Projektleitung und im Vorstand aktiv ist. Sie ist Historikerin und Kulturwissenschaftlerin und auf die Repräsentation von Geschichte im Museum, die Konstruktion historischer Narrative und deren ästhetische, räumliche und körperliche Form spezialisiert. Intersektional inklusive, partizipative und nachhaltige Museumsarbeit ist für sie zentral. Vor ihrem Engagement im Schwulen Museum hat sie unter anderem im Museum Friedland und im Haus der Wannsee-Konferenz gearbeitet und war in verschiedensten Einrichtungen freiberuflich kuratorisch tätig.
Apolline Bazin ist freiberufliche Kulturjournalistin. Sie entdeckte Drag bei ihrer Ankunft in Paris, durch das Nachtleben und die Partyszene. Drag vereint alles, was sie begeistert: Aktivismus, visuelle Kreativität, Humor, Geschlechter- und Sexualitätsgeschichte... Sie ist Autorin des Buches „Drag, eine queere Kunst, die die Welt aufrüttelt“ (E/P/A, 2023). Für sie ist Drag eine Kunst der Selbst- und Weltverwandlung. Zusammen mit Léane Alestra und Arya Meroni hat sie „Problematik“ gegründet, ein queeres Medium, das den Horizont erweitern soll.
Dr. Klaus Lederer (Jg. 1974) ist Jurist und Publizist, parteiloses Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin und Sprecher für Queerpolitik der Linksfraktion. Er war von 2016 bis 2023 Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa des Landes Berlin. Im März 2026 erschien von ihm im Querverlag der Essay „Queerpolitik im Handgemenge. Ein Blick zurück, ein Blick nach vorne“. Darin setzt er sich mit dem Stand queerer Emanzipation auseinander.
Jayrôme C. Robinet ist Schriftsteller und Übersetzer. Zuletzt erschien der Roman Sonne in Scherben (Hanser Berlin, 2024). Kolumne »Das Letzte« für die Siegessäule. Leiter der Geschäftsstelle des PEN Berlin und Vorstandsmitglied des Netzwerks Freie Literaturszene Berlin.
--
Das Deutsche Theater Berlin, gegründet 1850, ist eines der renommiertesten Sprechtheater im deutschsprachigen Raum. Sein heutiges Gebäude in der Schumannstraße, unweit des Hauptbahnhofs, wurde 1883 eröffnet.
Unter der Leitung von Otto Brahm und später Max Reinhardt entwickelte sich das Deutsche Theater zu einem Zentrum der europäischen Theatermoderne. Reinhardt revolutionierte die Bühnenästhetik und machte Berlin zu einer der führenden Theatermetropolen der Welt.Heute verbindet das Deutsche Theater klassisches Repertoire mit zeitgenössischen Formen und versteht sich als Ort der künstlerischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen. Mit mehreren Bühnen bietet es ein vielseitiges Programm und zählt zu den meistbesuchten Theatern Deutschlands.
von: institutfrancaisberlin