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„Jetzt ist Sense!“ - 3. Veranstaltung der Salonreihe über den Tod - Literatur, Musik, Gespräche & Informationen

Auerbachstraße 7 14193 Berlin - zum Stadtplan
Donnerstag 24.09.2026 - Anfangszeit: 19:00 Uhr
Die erfolgreiche Salonreihe setzt sich nach den ersten beiden ausgebuchten Veranstaltungen fort. Wir wollen möglichst heiter und selbstbestimmt leben und ebenso sterben. „Jetzt ist Sense!“ bricht das Schweigen. Vorher denken wir zu wenig über unser Bedürfnis nach Abschied nach. Je mehr wir uns damit beschäftigen, desto kostbarer wird es einen Plan für den Notfall, den individuellen Abschied zu haben. Denn je freier wir damit umgehen, desto leichter wird es. Wir lassen den Tod in unser Leben. Das Theater ist irgendwann zu Ende.

Deswegen müssen wir uns mit den verschiedenen Zugängen zum Lebensende beschäftigen und dabei weder Humor noch Leichtigkeit zu kurz kommen lassen. Wir feiern die letzte aller Partys. Schauen hin und teilen Wissen statt Angst. Ein vielstimmiges Rahmenprogramm aus Literatur, Musik, Gesprächen und Informationen bringt neue Perspektiven. Gestaltet von verschiedenartigen Berlinern. Also: Kommt vorbei! Redet mit! Lebt los! Es gilt die Vielfalt der Gesellschaft zusammenzubringen und Begegnungsorte zu schaffen. Und schon jetzt steht fest, die Steuererklärung vom Vorjahr muss gemacht werden, darauf verzichtet das Finanzamt nicht, auch nicht, wenn man verstorben ist...

Die sechsteilige Salonreihe „Jetzt ist Sense!“ (Ein vergnügt-vielfältiger Abend über die Endlichkeit) geht mit der dritten Veranstaltung weiter. Natürlich wechselt auch die Besetzung. Herzlich eingeladen wird nun am Donnerstag, den 24. September 2026, 19 Uhr (Einlass 18 Uhr) zum Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e.V. (ABSV, Auerbachstraße 7, 14193 Berlin). Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Wegen der begrenzten Platzkapazität wird um vorherige Anmeldung gebeten (Telefon: 030 895 88-0, E-Mail: freizeit@absv.de). Als Kuratorin der Reihe fungiert Frau zu Kappenstein. Veranstalter des Events ist der Freundeskreis Tina Modotti Archiv e.V., ein gemeinnütziger Verein, und Kooperationspartner der ABSV. Gedankt wird der LOTTO-Stiftung Berlin für die Unterstützung.

Zum dritten Talk mit Musik & Lesung „Jetzt ist Sense“ treten auf: Sigrid Grajek (Moderation), AnniKa von Trier (Musik) und die Autorinnen Susanne Danowski, Astrid Ann Jabusch, Felicitas Wand sowie Abini Zöllner. Mit dabei auch als Special Act „Herzenswunsch“ von den Maltesern mit Valentin Otto, ein etabliertes Projekt, um Menschen in ihrer letzten Lebensphase einen besonderen Herzenswunsch zu erfüllen.

Zur Salonreihe ist die Anthologie „Schluss! Aus! Sense!“ im Geest Verlag erschienen, herausgegeben von Frau zu Kappenstein und Elke Hübener-Lipkau, Illustration von Antje Püpke. Das Buch ist in jeder Buchhandlung und im einschlägigen Internethandel erhältlich (ISBN 978-3-69064-548-5). Zum Vormerken auch schon die nächsten Termine von „Jetzt ist Sense!“: Donnerstag, den 12. November, und Mittwoch, den 9. Dezember 2026. Hierzu wird rechtzeitig informiert. Die fotografische Dokumentation der Veranstaltung liegt in den Händen von Renate Koßmann.

Zu den Auftretenden im Einzelnen:

Susanne Danowski: 1953 in Hohen Neuendorf, bei Berlin geboren, geschieden, drei erwachsene Töchter, arbeitete bis 2011 als Ingenieurin und Betriebsrätin. Als Rentnerin entdeckte sie das Malen, das Schreiben, das Arbeiten mit Ton und die Steinbildhauerei für sich. Lebt in Berlin und engagiert sich ehrenamtlich in einem Stadtteilzentrum in der Kulturarbeit.

Sigrid Grajek (Moderation): Ist singende Schauspielerin, Kabarettistin und Moderatorin. Seit Mitte der 1980er-Jahre war sie u.a. an Produktionen in der Theatermanufaktur Berlin, dem Stadttheater Bremerhaven, den Berliner Jedermann-Festspielen und bei Off-Produktionen beteiligt. Mitte der 1990er wechselte sie ins Kabarett „Berliner Brett’l“ und verschrieb sich dem traditionellen Berliner Lied und den Chansons der 1920er-Jahre. Seit Schließung des Hauses 2012 ist sie mit wechselnden Pianistinnen/Pianisten freischaffend in Deutschland unterwegs. Mit ihrer musikalischen Biografie „Claire Waldoff: Ich will aber gerade vom Leben singen...“ erinnert sie an die große Berliner Volkskünstlerin. In ihrer musikalisch-literarischen Collage „BERLIN: Die 1920er – Eine Stadt im Taumel“ beleuchtet sie seit 2020 mit historischen Texten und Liedern die Schattenseiten der „Goldenen Zwanziger Jahre“. In ihrer Spurensuche auf dem Minenfeld der Sprache „Aufgestanden ist er, welcher lange schlief...“ widmet sie sich Texten und Liedern aus und vor dem Ersten Weltkrieg. www.sigridgrajek.de

Astrid Ann Jabusch: Wird vor mehreren Jahrzehnten in Hagen/Westfalen geboren. Die Menschwerdung erfolgt im nahen verregneten Sauerland, wo sie mehrere anständige Berufe (Uhrmacherin und Elektrotechnikerin) erlernt und auch lange ausübt. Ende des letzten Jahrtausends kommt sie nach Berlin und erwirbt seitdem unweit des Zusammenflusses von Spree und Havel ihre Brötchen als Lektorin, Texterin und Autorin. Seit sie Aufnahme bei den „Mörderischen Schwestern Berlin“ fand, begeht sie grauenhafte Morde und abscheuliche Verbrechen. Allerdings bisher nur schriftlich. Bei ihr erfolgt die Auseinandersetzung mit dem Tod über das Schreiben.

AnniKa von Trier (Musik): Die Multimediakünstlerin (Performanceartist, Autorin, Sängerin, Akkordeonistin) AnniKa von Trier kam zum Literaturstudium 1991 nach Berlin. 2017 publizierte sie zusammen mit der Grafikerin A. Vogel (Vogelpresse) den Text „Hannahs Garten oder die Dadaistin verwandelt alles in Blumen“. 2020 ist ihr Buch „Brandenburger Brief – Bettine von Arnim an Achim von Arnim 1816“ im AvT-Verlag erschienen – in der Gestaltung von U. Koch. 2021 kam „Das Grüne Album – Gerade jetzt!“ heraus. Für Deutschlandfunk, RBB Kultur und SWR 2 ist sie als Hörspiel-, Feature-Autorin & Komponistin tätig. Ihr Hörspiel „Wer WAGENITZ, der nichts gewinnt!“ über Bettine von Arnim, Jenny Marx & Hannah Höch (RBB 2019, Regie: H. Tauch) war nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2019 und wurde mehrfach gesendet von Deutschlandfunk, WDR, SWR, BR und RBB. 2021 war sie Stadtschreiberin in Rheinsberg. Das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum hat ihren „Rheinsberger Bogen – Lust Wandeln“ veröffentlicht.

Felicitas Wand: Lyrikerin, gebürtige Sachsen-Anhaltinerin, wohnhaft in Hildesheim. Lesungen in Hildesheim, Halle, Berlin. Aktiv im „kyper lyrikklub“ vom „Haus der Poesie“ Berlin, Mitglied im „Netzwerk Lyrik e.V.

Abini Zöllner: Journalistin und Autorin, wurde in Berlin-Lichtenberg als Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers geboren. Ihre Eltern (Mutter: Jüdin, Vater: Yoruba) ließen sie protestantisch taufen und munter mit drei Religionen groß werden. Sie setzt sich mit dem Tod der Mutter auseinander. Als Mutter zweier Kinder hat Familie die Priorität eins und ist ohne Zweifel ihre eigentliche Religion. 2003 erschien ihr erstes Buch, die erfolgreiche Autobiografie „Schokoladenkind“, 2023 wirkte sie an der Disney+-Staffel „Sam. Ein Sachse“, die nächste Challenge steht schon bevor.

Sowie „Herzenswunsch“ von den Maltesern (eine der großen, seriösen und anerkannten Hilfsorganisationen in Deutschland): Seit Anfang 2026 leitet der 25-jährige Valentin Otto das Herzenswunsch-Projekt als Ehrenamtlicher Koordinator. Aktuell ist er Auszubildender zum Notfallsanitäter, Gesundheits- und Krankenpfleger für die Fachbereiche Innerklinische Notfallpflege/präklinische Notfallmedizin. Der Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen ermöglicht schwerkranken und sterbenden Menschen einen letzten persönlichen Wunsch zu verwirklichen, wenn sie diesen aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr aus eigener Kraft umsetzen können. Die Fahrten werden individuell geplant, medizinisch begleitet und von ehrenamtlichen Helfern durchgeführt. Ziel ist es, Krankheit, Sterben und Tod für einen Augenblick in den Hintergrund treten zu lassen und ein Stück Normalität zurückzugeben – sei es durch den Besuch eines besonderen Ortes, das Wiedersehen mit einem geliebten Menschen oder ein letztes besonderes Erlebnis. Valentin Otto betont: „Dabei habe ich gelernt, dass in diesen besonderen Momenten nicht die Medizin im Mittelpunkt steht, sondern der Mensch selbst. Für mich ist es eine sehr erfüllende Aufgabe, gemeinsam mit meinem Team Wünsche möglich zu machen, die im Rahmen einer schweren Erkrankung oder des Sterbeprozesses zunächst unerreichbar erscheinen, und den Menschen sowie ihren Angehörigen dadurch noch einmal besondere und wertvolle Momente zu schenken.“ 

Poster: Antje Püpke

von: Andrea-Ellen

Bilder aus Berlin