Kunst, Geschichte und Musik: Ein besonderer Abend in der Hansabibliothek
Wie lässt sich eine Ausstellung in ein Buch übersetzen? Und wie können Kunst und Erinnerung neue Perspektiven auf historische Zusammenhänge eröffnen?
Der Künstler Ariel Reichman und Mechthild Achelwilm, Kuratorin für zeitgenössische Kunst im Museumsquartier Osnabrück, sprechen in der Hansabibliothek über das aktuelle Buch- und Ausstellungsprojekt „Keiner soll frieren!“. Gemeinsam geben sie Einblicke in dessen vielschichtige Themen, reflektieren den künstlerischen Entstehungsprozess und berichten von der Entwicklung der Ausstellung und der begleitenden Publikation.
Ariel Reichman verbindet Fotografie, Film, Skulptur und Installation zu eindringlichen Erfahrungsräumen. Im Zentrum des Projekts steht seine Auseinandersetzung mit dem 1933 von Adolf Hitler eröffneten „Winterhilfswerk des Deutschen Volkes“. Unter der Parole „Keiner soll hungern, keiner soll frieren!“ wurde die vermeintliche Hilfsaktion gezielt für die nationalsozialistische Propaganda instrumentalisiert. Kleine Blumenabzeichen, die Spender*innen erhielten, verdeutlichen auf irritierende Weise das Zusammenspiel von unverfänglicher Schönheit und perfidem politischem Kalkül.
Die Publikation vereint vertiefende Texte, eine Auswahl aus 80 neu entstandenen Werken und Einblicke in die Ausstellung im von Daniel Libeskind entworfenen Felix-Nussbaum-Haus.
Musikalisch begleitet wird das Gespräch von einem Chor.
Freuen Sie sich auf einen besonderen Abend zwischen Kunst, Geschichte, Literatur und Musik – und auf ein anregendes Gespräch über die Entstehung eines außergewöhnlichen Ausstellungs- und Buchprojekts.