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Theorie & Gesellschaft: Vortragsreihe von Prof. Andreas Reckwitz an der Humboldt-Universität zu Berlin

Unter den Linden 6 10117 Berlin - zum Stadtplan
Montag 26.10.2026 bis Mittwoch 20.01.2027 - Anfangszeit: :00 Uhr
Kategorie: Wissen live
Die rasante Entwicklung generativer KI rückt unser Verständnis menschlicher Handlungsmacht in ein neues Licht. Die Vortragsreihe „Theorie und Gesellschaft“ von Prof. Dr. Andreas Reckwitz widmet sich daher im Wintersemester 2026/2027 an der Humboldt-Universität zu Berlin den sozialen und kulturellen Folgen von KI. Drei Vorträge beleuchten, wie Sprachmodelle unser Denken und Schreiben verändern, wie algorithmische Vorhersagen Zukunft neu organisieren und wie Large Language Models theoretisch verstanden und kritisiert werden können. Renommierte Wissenschaftler*innen aus den Sozial- und Kulturwissenschaften stellen ihre aktuelle Forschung vor und diskutieren mit dem Publikum. Der Eintritt ist frei.

Am 26. Oktober startet die Vortragsreihe ‚Theorie und Gesellschaft‘ von Prof. Dr. Andreas Reckwitz an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bei Vorträgen und Diskussionen werden Impulse dafür gesetzt, über Gesellschaftsdiagnosen und die Möglichkeiten der Theorie nachzudenken. Führende Wissenschaftler*innen stellen Konzepte zur Debatte, mit denen es gelingen kann, unsere Gegenwart verbessert zu verstehen.
Einblick in ihre aktuelle Forschung geben Prof. Dr. Roberto Simanowski (Berlin), Prof. Dr. Elena Esposito (Bielefeld/Bologna), Prof. Dr. Martin Warnke (Lüneburg):
Den Auftakt macht der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Roberto Simanowski. Am 26. Oktober 2026 beschäftigt er sich ausgehend von seinem Buch „Sprachmaschinen. Eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz“ (2025) mit der kulturstiftenden Wirkung von Sprachmodellen. Gewöhnen uns Sprachmodelle wie ChatGPT das Lesen, Schreiben und Denken ab? Überreden sie uns zu Ansichten, die wir gar nicht haben? Entmündigen sie uns gerade dadurch, dass sie uns so eifrig zu Diensten sind? In seinem Vortrag spricht er über die mathematische Reproduktion der Welt und den vierfachen Souveränitätsverlust durch KI.
Prof. Dr. Elena Esposito stellt in ihrem Vortrag vom 09. Dezember 2026 vor, wie wir mit neuen Formen von digitalen Vorhersagen umgehen können. Was bedeutet Unsicherheit in Bezug auf algorithmische Zukunftvorhersagen? Wie gehen wir gesellschaftlich damit um, wenn etwas eintritt, das von dem abweicht, was wir hätten vorhersagen können? Unsere gegenwärtige Zukunft, zum Beispiel in Form von Prognose sich also von unserer zukünftigen Gegenwart, wie sie tatsächlich eintritt unterscheidet.
Was haben mittelalterliche Kulturtechniken wie die jüdische Kabbala mit Large Language Modellen wie ChatGPT zu tun? Im abschließenden Vortrag am 20. Januar 2027 geht Prof. Dr. Martin Warnke den Ursprüngen von Theorie der statistischen Linguistik auf den Grund und erklärt, warum die so oft bemühte Metapher eines künstlichen Gehirns, das dann auch künstlich "denke", den Sachverhalt komplett verfehlt.
Übersicht des Veranstaltungsprogramms von Oktober 2026 bis Januar 2027:

26.10.2026, Prof. Dr. Roberto Simanowski: Die sozialen Kosten des technischen Fortschritts am Beispiel der Sprachmaschine
09.12.2026, Prof. Dr. Elena Esposito: Algorithmic Prediction. The Use of Uncertainty in Performative Forecasts
20.01.2027, Prof. Dr. Martin Warnke: Für eine Theorie der Large Language Models


Veranstaltungsort: Humboldt-Universität zu Berlin, Senatssaal im Hauptgebäude, Unter den Linden 6, 10117 Berlin

von: Philipp Weitzel

Mehr Infos im Internet:

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