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Sirene - Goldrausch 2020

Mariannenplatz 2 10997 Berlin - zum Stadtplan
Einschränkung: Hygienemaßnahmen: Zum Schutz der Besucher*innen bitten wir um das Tragen eines Mund-Nasen- Schutzes und das Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern während des Besuchs. Aufgrund der Zugangsbeschränkungen maximal 20 Personen parallel in der Ausstellung kann es zu Wartezeiten kommen. In den Ausstellungsräumen gelten die allgemein gültigen Abstands- und Hygieneregeln.
Samstag 31.10.2020 - Anfangszeit: :00 Uhr
Kategorie: Kunst
Aufgrund der aktuellen Lage ist der Kunstraum Kreuzberg / Betahnien bis auf weiteres bis zum 30.11.2020 für den Ausstellungsbetrieb geschlossen. Informationen zur Ausstellungseröffnung folgen so bald wie möglich.

Die Ausstellung Sirene - Goldrausch 2020 zeigt in Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien vom 07. November 2020 - 10. Januar 2021 die Arbeiten der aktuellen Stipendiatinnen des Goldrausch Künstlerinnenprojekts.

Das Jubiläum:
30 Jahre Goldrausch Künstlerinnenprojekt: Das renommierte feministische Projekt aus Berlin präsentiert seine Jahresausstellung; mit Arbeiten von 15 internationalen Künstlerinnen - mit Wohnsitz in Berlin und Wurzeln auf fast allen Kontinenten. Die Schau im Kunstraum Kreuzberg vereint Videofilme, Installationen, Malerei, Soundobjekte, Performances und Skulpturen.
Die vielstimmigen Werke verhandeln persönliche und gesellschaftspolitische Fragen sowie Geschichte und Utopie, Mythen und Magie, Individualität und Gruppen. Sie dokumentieren belebte Dinge und Gefühle, die Auswirkungen des Anthropozäns auf Klima, Geografie und Mensch, das Leben in der digitalen Überwachung - und fragen danach, wie sich dies alles in Umwelt und Körpern manifestiert.
Der Titel "Sirene" erinnert an das Gerät, das einen akustischen Warnton ausstößt und Aufmerksamkeit für wichtige Informationen erzeugt, die für alle gleichermaßen relevant sind. Die Goldrausch-Sirene fordert: Vielstimmigkeit und die Überwindung von Ausschlussmechanismen im Kunstfeld.

Der Status Quo:
Das Goldrausch Künstlerinnenprojekt ist ein Professionalisierungsprogramm. Das einjährige Kursprogramm vermittelt Hintergrundwissen, umfassende berufliche Sachkenntnis und erschließt Netzwerke. Das Ziel von Goldrausch ist nach wie vor Gleichberechtigung, aber diese ist noch lange nicht erreicht. Der deutsche Kulturrat kritisierte in diesem Jahr, dass der Gender Pay Gap 2019 in der Berufsgruppe Bildende Kunst bei 28 Prozent lag, unverändert seit der letzten Erhebung 2016. Je höher das Einkommen, desto höher der Pay Gap - für Künstlerinnen bedeutet geringere Marktpräsenz zugleich auch weniger Verkäufe zu niedrigeren Preisen.
Das Phänomen der ungleichen Bezahlung beginnt früh in der Karriere: Eine Absolvent*innenstudie der Hochschule für bildende Künste Hamburg zeigt, dass Künstlerinnen sehr aktiv sind, zahlreicher als ihre männlichen Kollegen an Wettbewerben teilnehmen, diese auch gewinnen und außerdem auch häufiger ein Honorar und Budget aushandeln. Die Höhe eines Ausstellungshonorars allerdings ist im Mittel bei Männern mit 1.000 € doppelt so hoch wie bei Frauen.

Wie alles anfing:
Frauen wurden in Deutschland ab 1919 zum Studium an Kunsthochschulen zugelassen. Ein erster Schritt. 70 Jahre später, 1989, startete das Goldrausch Künstlerinnenprojekt mit zwölf Frauen einen Pionierkurs in West-Berlin. Mit dem Titel Ohne Kompromiss - Strategien professioneller Selbstbehauptung reagierten die Projektgründerinnen Anne Marie Freybourg und Ute Birk auf die offensichtliche Kluft zwischen der künstlerischen Sichtbarkeit von Frauen und der von Männern. Das namensgebende Goldrausch Frauennetzwerk, Trägerverein des Programms, setzt sich seit 1982 für die berufliche Gleichstellung und wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen ein.
Als zentrale Themen des Projektalltags erwiesen sich das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe; die kollegiale Beratung in einer verlässlichen Peer Group, die den Künstlerinnen wertvolles Feedback gibt.
In 30 Goldrausch-Jahren haben 447 Künstlerinnen am Programm teilgenommen, die jüngs-ten wurden erst nach dem Projektbeginn im Jahr 1989 geboren, manche Teilnehmerin erlebte eine Alumna als Professorin oder künstlerisches Vorbild. "Ex-Goldies", wie sie sich selbst
nennen, sind überall im Kunstfeld zugegen und durch die gemeinsame Erfahrung gut vernetzt. Seit dem Beginn des Programms vor 30 Jahren sind Künstlerinnen im Jahr 2020 deutlich stärker in der Kunstwelt präsent.
Projektleiterin Hannah Kruse bilanziert: "Vieles hat sich zum Positiven gewandelt. Was zu tun bleibt, ist die endgültige Überwindung tiefsitzender struktureller Ungleichheit - mit den Werkzeugen des Professionalisierungsprojekts, aber auch mit politischen Maßnahmen, die Gleichstellung ermöglichen." Die Goldrausch-Frauen fordern deshalb: Unterstützung der Ver-einbarkeit von künstlerischer Arbeit und Familie, anonymisierte Vergabeverfahren bei Sti-pendien und Preisen, die Quotierung von Ankaufsetats und Projektbudgets und die Ergän-zung von Sammlungen mit Werken von Künstlerinnen.
Kruse ist optimistisch, "dass in 30 Jahren die Arbeit getan sein wird, das Goldrausch Künst-lerinnenprojekt sich selbst überflüssig gemacht hat und wir das ganze Bild sehen."

Jubiläumsprogramm:
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums wird das Goldrausch Künstlerinnenprojekt von Oktober bis Dezember 2020 einen Blick auf die Arbeiten ehemaliger Teilnehmerinnen sowie auf die Geschichte und Gegenwart des Projekts werfen. Dazu werden auf der Goldrausch Webseite regelmäßig eine Auswahl von Texten und Bildern veröffentlicht.
Zudem werden am Wochenende vom 5. und 6. Dezember in einer Vorführung Arbeiten von früheren Projektteilnehmerinnen zum Thema Kollaboration, Zusammenhalt, Selbstorganisa-tion gezeigt: Alle Goldrausch Alumnae wurden über einen Open Call zur Teilnahme aufgeru-fen; die finalen Video-, Performance- und Soundarbeiten werden von einer Jury Yalda Afsah, Kira Dell, Olaf Stüber ausgewählt und im Studio 1 Kunstquartier Bethanien parallel zur Ausstellung des aktuellen Kurses gezeigt. Für die beiden Tage wird das Screening gleichzeitig auf der Projektwebsite zugänglich gemacht.

Die Künstlerinnen 2020:
Yasmin Bassir, Chan Sook Choi, Solweig de Barry, Manja Ebert, Caterina Gobbi, Rosanna Graf, Mona Hermann, Emily Hunt, Sidsel Ladegaard, Gosia Lehmann, Julia Lübbecke, Silvia Noronha, Kristina Paustian, Eva Pedroza, Juliane Tübke.

Kuratorinnen: Surya Gied, Hannah Kruse.

Förderung
Das Goldrausch Künstlerinnenprojekt wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Senats-verwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Abteilung Frauen und Gleichstellung.

Pressekontakt: Barbara Green, contact@barbaragreen-artsmanagement.com / Mobil: 0176 32908744

Goldrausch
Projektleitung, Ausstellungskoordination: Hannah Kruse; Projektkoordinaion: Kira Dell; Verwaltung und Finanzen: Theresa Strebling; Volotariat: Jil Zepp; Projektassistenz: Pauline Hagen, Anna-Sophia Emminger; Austellungskuration: Surya Gied
www.goldrausch.org Kunstraum

Kreuzberg/Bethanien
Der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien ist eine Einrichtung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg. Leitung: Stéphane Bauer; Programmkoordination: Nadia Pilchowski; Team Ausstellung "Sirene - Goldrausch 2020": Kristoffer Holmelund, Sophie McCuen-Koytek, Sophie Lösch, Linnéa Meiners,
Sofia Pfister, Jorinde Splettstößer
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin, bethanien@kunstraumkreuzberg.de, bauer@kunsraumkreuzberg.de Tel.: +49-30-90298-1454, Fax: +49-30-90298-1453 www.kunstraumkreuzberg.de

von: KKB

Mehr Infos im Internet:

Kommentare  

KKB 04. November 2020 - 11:47
Aufgrund der aktuellen Lage ist der Kunstraum Kreuzberg / Betahnien bis auf weiteres bis zum 30.11.2020 für den Ausstellungsbet rieb geschlossen. Informationen zur Ausstellungserö ffnung folgen so bald wie möglich.
Andrea 04. November 2020 - 11:26
Ist die Ausstellung weiterhin geöffnet? Danke für kurze Info! :-) Andrea vom GiB Team

Bilder aus Berlin