Rolf Persch führt eine Dichterexistenz unterhalb der Bemessungsgrenze, immer bis aufs Äußerste gut gekleidet, treibt er seinen Spott akkurat zwischen den Zeilen vor sich her. Wortgebilde, die Haken schlagen, ins Hirn treiben, Zähne ziehen. Der sezierende Blick auf die Dinge kratztdas Leben aus den Ritzen, in denen es wortlos zu verschwinden droht. Immer ein Lachen auf den frischgepressten Lippen ist Rolf Persch ein fröhlicher Melancholiker. Der Einzige seiner Art.
Steffen Thiemann ist ein Sinnverweigerer der unterschwelligen Sehnsucht nach zeittötender Erbauung. In seiner ambitionslosen Prosa verschlingen sich die Zeilen in die langatmigen Abseitigkeiten nicht messbarer Hirnwindungen. Sternstunden der Langeweile. Wo andere Entschleunigung mühsam buchstabieren, wird sie hier zelebriert und bis auf ihre einsame Verzückungsspitze getrieben und die ungreifbare Wirklichkeit in ihrer profanen Monstrosität endgültig zerlesen.
von: Café Tasso - Das andere Antiquariat