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Süß+Salzig: Stummfilmabend mit Live-Musik in der Bibliothek am Luisenbad mit Richard Siedhoff

Badstr. 39 13357 Berlin - zum Stadtplan
Donnerstag 20.04.2023 - Anfangszeit: 19:00 Uhr
Kategorie: Kino
Die ehemals durch das Quartiersmanagement geförderte und durch ‚georg+georg‘ umgesetzte Kiezkulturreihe „süß + salzig“ etabliert sich nun nach mehreren Jahren der wechselnden Standorte in der Bibliothek am Luisenbad. Die Stadtbibliothek Berlin-Mitte in der Badstraße 39 war in den vergangenen Jahren immer wieder Kooperationspartner der Kinoreihe und wandelt dabei selbst auf historischen Pfaden. Im letzten Jahrhundert war die heutige Bibliothek eines von mehreren Kinos im Arbeiterbezirk Wedding und unter dem Namen Lichtspielhaus Marienbad fast 50 Jahre als Kino aktiv. Den Auftakt zum Kiez-Kino gestalten die Kinomacher:innen daher in historischer Kinotradition mit dem Stummfilm Menschen am Sonntag (1930), der zu den späten Vertretern der Neuen Sachlichkeit im Film zählt und in Berlin und Umgebung spielt. Die musikalische Untermalung am Flügel wird dabei Live durch den erfahrenen Stummfilmpianisten Richard Siedhoff aus Weimar realisiert, der den Film im wunderschönen Puttensaal begleiten wird. Die Wiederbelebung der ursprünglichen Kinotradition im Badstraßenkiez beginnt am 20. April 2023 um 18:30 Uhr. Der Eintritt ist ebenso wie das Popcorn frei.

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Menschen am Sonntag, D 1930

Vier junge Leute, die sich bei einem Sonntagsausflug kennenlernen, ein wenig verlieben, ein wenig verstricken und schließlich wieder auseinander gehen. Impressionistisch und modern gefilmt blicken wir in eine Epoche, die weit entfernt ist und doch plötzlich viel näher und nahbarer erscheint, da sich im Prinzip bis heute nicht viel geändert hat. Ein zeitloses Zeitbild, ein Film zum verlieben.
Billy Wilders Drehbuchdebut bescherte der Filmwelt ein bleibendes Stück Filmgeschichte: 1930 als einer der letzten deutschen Stummfilme unter der Regie von Robert Siodmak und ausschließlich mit Laien-Darstellern gedreht, entstand ein einfühlsames Zeitbild des Berliner Alltags der ausgehenden 1920er Jahre. Nicht zufällig zählen die Beteiligten hinter der Kamera zu jenen später vor den Nazis geflohenden Emigranten, die in Hollywood dann noch große Karrieren vor sich haben sollten. Ebenso unzufällig zeichnet der Film ein Bild der ausgehenden Blütezeit Deutschlands, in dem keine Tendenzen auszumachen sind, die die Schreckensherrschaft der Nazis erahnen lassen. Ein sommerfrischer Sonntagsausflug, in dem wir die Weimarer Republik ganz privat erleben.

Regie: Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer
Drehbuch: Billy Wilder, Curt Siodmak, Robert Siodmak
Kamera: Eugen Schüfftan, Fred Zinnemann

von: StbMitte

Mehr Infos im Internet:

Bilder aus Berlin