Der VDI BV-BB lädt Sie zu folgender Online-Veranstaltung ein:
Mechanische Schwingungen von Kunstwerken und Kulturobjekten – Eine Zeitreise zum Thema Risikobeurteilung und -management während des Transportes
Reihe Geschichte neuer Technologien Referentin: Dr.-Ing. habil. Kerstin Kracht, Spezialistin im Bereich Schwingungstechnik und Kontinuumsdynamik für den Erhalt von Kunstwerken und Kulturobjekten, Toddin
Warum werden im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit Kunstwerken und Kulturobjekte physisch transportiert?
Walter Benjamin (deutscher Philosoph und Kulturkritiker, 1892-1940) war bereits im Jahr 1935 der Auffassung, dass die „Aura des Originals“ als Gegensatz zur Massenkultur eine sehr starke Wirkmächtigkeit besitzt. Genau dies macht das Zeigen von Originalen auf der ganzen Erde unabdingbar. Demgegenüber steht der Umstand, dass die Kunstwerke und Kulturobjekte während des Transportes vielfältigen Schädigungsrisiken ausgesetzt werden. Die Mechanik nimmt sowohl bei der Entstehung des Risikos als auch bei der Entwicklung von Abhilfemaßnahmen eine besondere Rolle ein. Ein Blick in die Geschichte der Mechanik lohnt sich, um die Ist-Situation im musealen Kontext zu verstehen.
Die Mechanik besitzt als historisch ältestes Teilgebiet der Physik vielfältige Facetten. Untersuchungsgegenstand ist im weitesten Sinne die Beschreibung der Bewegungen von Festkörpern und Fluiden. Die Entwicklung des konzeptionellen Apparates zur Abbildung der physikalischen Zusammenhänge wurde im Verlauf der Geschichte der Mechanik entweder durch den Lösungsbedarf praktischer Probleme oder durch den Ehrgeiz, mathematisch-philosophische Unstimmigkeiten aufzuklären, motiviert.
Steht nicht die Mechanik im Zentrum des Interesses, sondern der Erhalt von Kunstwerken und Kulturobjekten, ist die Mechanik eines von vielen einzubeziehenden Fachgebieten. Die Entwicklung technischer Lösungen für den klimastabilen und schwingungsarmen Transport, der Ausstellung und der Lagerung im Depot (präventive Konservierung), die Unterstützung der Restaurierung bei der Zustandsbestimmung und -überwachung der Objekte und die Planung restauratorischer Maßnahmen erfordern komplexe, multiphysikalische Betrachtungsweisen. In diesem Vortrag werden Ansätze und Wege aufgezeigt, wie die Technische Mechanik zum Schutz einzigartiger, hochkomplexer Gemälde und Museumsobjekte beitragen kann.
VDI-Bezirksverein Berlin-Brandenburg e.V. Arbeitskreis Technikgeschichte – Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Karl-Eugen Kurrer und PD Dr. phil. Stefan PoserArbeitskreis Akustik, Lärmschutz, Schwingungstechnik – Prof. Dr.-Ing. Thomas Böhme
VDI-Bezirksverein München, Ober- und Niederbayern e.V. Arbeitskreis Technikgeschichte VDI-Bezirksverein Württembergischer Ingenieurverein e.V.Arbeitskreis Technikgeschichte – Dr. Thomas Wissert