Eine vorbeifahrende Tram, ein wehender Vorhang, Schritte auf dem Bürgersteig, ein winkendes Kind, der Wind in den Bäumen, dein eigener Atem beim Gehen. Wie kann Bewegung im Kiez fotografisch eingefangen werden? In diesem Workshop erkunden wir Lichtenberg zunächst mit dem Körper, bevor wir ihn mit der Kamera festhalten. Gemeinsam gehen wir durch Straßen und Parks, beobachten Bewegung im Alltäglichen und lassen uns selbst darauf ein: Wie fühlt es sich an, auf einer Bank zu sitzen, zu liegen, sich zu strecken? Mit einem Baum zu verschmelzen, an einem Geländer zu hängen, sich an eine Mauer zu lehnen, bis sie dich trägt? Aus diesen kleinen Bewegungsexperimenten entstehen Fotografien – abwechselnd fotografiert ihr euch gegenseitig. Wir erforschen dabei die Grenzen der Fotografie zwischen Stillstand und Bewegung. Welche Technik hält eine Geste fest, welche lässt sie fließen? Ihr entwickelt eure eigene Perspektive auf Bewegung und übersetzt sie fotografisch – unterstützt durch kurze praktische Übungen und individuelles Feedback.
Theresa Maria Forthaus ist Foto- und Videokünstlerin in Berlin. Tanz und Bewegung stehen im Zentrum ihrer künstlerischen Praxis: Sie erforscht in ihren Fotografien, Filmen und Performances, wie sich der menschliche Körper als Archiv, als Medium und als sozialer Raum ausdrückt. Sie unterrichtete unter anderem die Workshopreihe "Bewegung in der Fotografie" an der Lette Akademie sowie verschiedene Workshops an der Schnittstelle von Tanz und visuellen Medien mit der Tänzerin Katharina Scheidtmann, unter anderem an der Bauhaus-Universität Weimar und im Rahmen eines Kiezprojekts am Kottbusser Tor. Im Rahmen der Ausstellung "Über Mütter und Töchter: Lichtenberg" arbeitet sie nun für diesen Workshop mit der Fotografin Marie Eberhardt zusammen.