Vulva Workshops, Klit Sticker, Menstruations-Mandalas. In den letzten Jahren sind vielfältige Bilder und Diskurse entstanden, die das weibliche Potenzzentrum aus der patriarchalen Beschämung und Sprachlosigkeit holen. Selten wird dabei jedoch thematisiert, auf wessen Schultern wir heute stehen, welche konkreten Kämpfe der heutigen Sichtbarkeit und Selbstbehauptung vorausgegangen sind. Vieles geriet in Vergessenheit, einiges ist noch immer nicht wieder ausgegraben, und in mancherlei Hinsicht erfinden wir das feministische Rad mühselig immer wieder neu. Höchste Zeit also für einen neugierigen Blick in die Vergangenheit!
Wir beschäftigen uns in unserem Workshop mit der Frauen*gesundheitsbewegung ab den 1970er Jahren in Berlin. Von vaginalen Selbstuntersuchungen, über polizeiliche Repressionen wegen angeblich unerlaubter medizinischer Behandlung bis hin zur Gründung international vernetzter Feministischer Frauen*gesundheitszentren. Es war eine Menge los: Die Pionierinnen der feministischen Gesundheitsbewegung haben viel ausprobiert, geforscht, gelesen, geschrieben, gestritten, im Privaten wie im Öffentlichen. Dabei ging es nicht nur um anatomische Fragen, sondern um die physische und psychische Gesundheit von Frauen* insgesamt. Medizin und Psychologie sollten sich nicht länger am Mann als Maßstab ausrichten.