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Berliner Tatorte - Dokumente rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
Samstag 04.02.2017
bis Samstag 25.02.2017 - Anfangszeit: :19 Uhr
Das Ausstellungsprojekt Berliner Tatorte – Dokumente rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt zeigt die von Jörg Möller fotografierten Orte dieser Angriffe. Auf den Fotografien sind gewöhnliche Straßen, Bahnhöfe und Plätze zu sehen. Die Betrachter_innen erfahren zunächst nichts von der dort erlebten Angst, den demütigenden Beleidungen und Drohungen, den erlittenen Schmerzen der Opfer. Auch die Texte, die der berlinweiten Chronik von ReachOut entnommen sind, beschränken sich auf die Fakten: Was geschah wann und wo. Jährlich wird die Ausstellung um 30 neue "Tatorte" erweitert. Die Berliner Opferberatung ReachOut erfuhr allein in den Jahren 2002-2015 von fast 2000 gewalttätigen Angriffen mit rechtem, rassistischem, antisemitischem Hintergrund. Allein im Jahr 2015 waren es 320 solcher Taten. Die erschreckend hohe Anzahl macht deutlich: Die Befürchtung, dass es jederzeit und an jedem Ort geschehen könnte, gehören zum Alltag und: Hinter jedem dieser unfassbaren Ereignisse steht mindestens eine Person,deren Leben durch den Angriff grundlegend erschüttert wurde. Nichts ist mehr so wie es vorher war. Die Ausstellung leistet einen Betrag dazu, die Betroffenen mit ihren Erinnerungen nicht allein zu lassen. Die für das Ausstellungsprojekt „Berliner Tatorte“ ausgewählten Beispiele zeigen die erschreckende Normalität der Angriffe. Es geht darum, an Erlebnisse zu erinnern, die die Betroffenen niemals vergessen können und die viele der vermeintlich Unbeteiligten am liebsten gar nicht wahrnehmen wollen. Doch ohne eine geschärfte Wahrnehmung, ohne Erinnerung und die Solidarisierung mit den Opfern ist keine Veränderung dieser Zustände denkbar. Wir können diese Erlebnisse nicht ungeschehen machen, doch wir können und wir müssen den Opfern unseren Respekt und unsere Unterstützung entgegenbringen. Gleichzeitig ist die Ausstellung ein Appell an uns alle, nicht wegzuschauen, sich einzumischen und Hilfe zu holen, wenn Andere bedroht und angegriffen werden – auch und gerade an den so vertrauten Orten, an denen vielen das Recht abgesprochen wird, zu sein und ihren Alltag zu leben. Kontakt: ReachOut - Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus Oranienstr. 159, 10969 Berlin Tel.: 030/69568339 info@reachoutberlin.de www.reachoutberlin.de
von: allesalltag