Nur wenige Wochen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten begannen deutsche Fußballvereine im Frühjahr 1933 mit dem Ausschluss ihrer jüdischen Mitglieder. Juden, die weiter Fußball spielen wollten, waren nun gezwungen, sich selbst in eigenen Sportgruppen zu organisieren. Diese Vereine bauten in den kommenden Jahren, im Schatten von Terror und Verfolgung im NS-Staat, ein beeindruckendes Sportsystem mit separaten Wettkämpfen, Ligen und Meisterschaften auf.
Die Geschichte jüdischer Vereine in der NS-Zeit ist von der deutschen Fußballgeschichte bis heute kaum beachtet worden. In jahrelanger Recherchearbeit haben die Historiker Lorenz Peiffer und Henry Wahlig mit Unterstützung der DFB-Kulturstiftung die Geschichte der ca. 200 jüdischen Fußballvereine aufgearbeitet, die bis zu den Pogromen des 9. November 1938 im Deutschen Reich existierten.Wann
Im Jüdischen Museum Berlin sprechen die Autoren mit dem Journalisten Ronny Blaschke und Claudio Offenberg, Sportlicher Leiter von TuS Makkabi Berlin, über ihr Buch und über Rassismus und Antisemitismus auf dem Fußballplatz heute. In Kooperation mit Evonik Industries, dem Verlag Die Werkstatt und der Leibniz Universität Hannover.