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Ideologie im türkischen Kino - Baba by Yılmaz Güney

Prinzenallee 59 13359 Berlin - zum Stadtplan
Freitag 29.03.2019 - Anfangszeit: 19:00 Uhr
Kategorie: Kino
Ideologie im türkischen Kino: Die Figur der Migration
Eine Filmreihe mit kommentierten Screenings kuratiert von ÖMER ALKIN

Bereits in den 1960er und 70er Jahren waren in der Türkei die Fronten zwischen islamisch-konservativen, nationalistischen und sozialistischen Positionen verhärtet. Besonders die Filme der Yeşilçam-Filmindustrie machen diese politischen Konflikte sichtbar. Bemerkenswert an den Filmen jener Jahre ist, dass die Migration nach Westeuropa darin oftmals als erzählerisches Moment dient, um die politisch-ideologischen Konflikte der Türkei auszutragen. Die Beschäftigung mit den in Deutschland größtenteils unbekannt gebliebenen Filmen von Yücel Çakmaklı, Halit Refiğ und Yılmaz Güney, den Repräsentanten dreier ideologisch konträrer Positionen, bedeutet zum einen die Aufarbeitung eines Teils deutscher Migrationsgeschichte: Migrant*innen fungieren als Vehikel des ideologischen Programms der Filme. Zum anderen ermöglicht die Filmreihe auch ein Verständnis der heutigen ideologischen Prägung des Landes zwischen Islam, Nationalismus und (linkem) Revolutionsdrang.

Film: Baba
Regie: Yılmaz Güney
Türkei 1971, 96 Min.

Der Hauswart Cemal beschließt, als “Gastarbeiter” nach Deutschland zu gehen, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Nachdem Cemal vom deutschen Arzt ausgemustert wird, zerplatzen alle seine Träume. Doch als der Sohn seines Arbeitgebers einen Mord begeht, bietet der Unternehmer Cemal einen verhängnisvollen Deal an: Wenn Cemal den Mord auf sich nimmt, soll für seine Familie gesorgt sein und ihm bei seiner Haftentlassung eine Kompensation ausgezahlt werden. Cemal stimmt zu...

freier Eintritt
Originalversion mit englischen Untertiteln

über YILMAZ GÜNEY und REVOLUTIONÄRES KINO:
Ende der 1960er Jahre hinterfragte der kurdische Schauspieler und Filmemacher Yılmaz Güney (1937-1984, eigentlich Yılmaz Pütün), mit seinem „Devrimci Sinema“ („Revolutionäres Kino“) die kapitalistischen Strukturen des Landes. In seinen Filmen schlug er sich stets auf die Seite der Unterdrückten. 1981 begab sich Güney ins Pariser Exil und verstarb dort zwei Jahre später. Sein Film Yol (1982) gewann bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis der goldenen Palme.

über ÖMER ALKIN:
Ömer Alkın ist Medien- & Kulturwissenschaftler und Filmemacher. Seine Forschungsschwerpunkte sind deutsch-türkisches und türkisches Kino sowie Migration und Film. Sein Buch Deutsch-Türkische Filmkultur im Migrationskontext ist der erste deutschsprachige Sammelband zum Thema seit mehr als zwanzig Jahren. Seine Schriften sind in zahlreichen Büchern und Zeitschriften erschienen. Er lebt in Köln.

von: bibak

Mehr Infos im Internet:
Hinweis: bibak sucht nette Leute als Begleitung

Bilder aus Berlin

 
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